Risiken und Gefahren

Immer wieder hört man, dass Wasserstoff ein besonders hohes Gefahrenpotenzial bietet. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Hier erfährst du, wo die Gefahren wirklich liegen.

Knallgas

Einige konnten vielleicht zu Schulzeiten im Physikunterricht das sogenannte Knallgas-Experiment durchführen. Dabei wird auf einfachste Art zuerst demonstriert, wie Wasserstoff gewonnen werden kann. Anschliessend wird die explosive Wirkung sichtbar gemacht, in dem das produzierte gasförmige H2 entzündet wird.

Verbindet sich reiner Wasserstoff mit Sauerstoff und beträgt die Konzentration des Wasserstoffes über 18%, wird von Knallgas gesprochen. Das Gemisch ist bei einer Zündtemperatur von 560°C (Erdatmosphäre) hochexplosiv.

Auf diese und ähnliche Weise kam es in der Vergangenheit zu unzähligen Unfällen. Zu den bekannteren gehört etwa der Hindenburg-Unfall. 1937 verursachte ein Leck in dem Zeppelin einen gewaltigen Wasserstoff Brand, da das austretende Traggas mit dem Sauerstoff der Atmosphäre zu einem brennbaren Gasgemisch wurde. 
Es handelte sich zwar nicht um eine Explosion, trotzdem war dieses Ereignis ein Wendepunkt, der dafür sorgte, dass ein Grossteil der Bevölkerung bis heute Wasserstoff als extrem gefährliches Gas einstuft.

Wirklich gefährlich?

Nun, in den letzten Jahrzehnten ist die Technik stetig vorangeschritten. 
Zeppeline verwenden überwiegend kein Wasserstoff mehr als Traggas und die Experimente im Physikunterricht sind, unter Einhaltung bestimmter Vorkehrungen, auch alles andere als gefährlich.

Moderne Wasserstoffanlagen jeglicher Art unterliegen strengen Sicherheitsvorkehrungen. Jeder Raum bzw. Druckbehälter, in dem Wasserstoff produziert, bzw. gelagert wird, verfügt über ein Notventil. Sollte das Gas unkontrolliert austreten, kann ein Raum innert kürzester Zeit entlüftet werden. Da das Gas sehr flüchtig ist, verpufft es in Sekundenbruchteilen in der Atmosphäre. Somit ist die Gefahr gebannt.

Sind Wasserstoff Autos gefährlich?

Über dieses Thema werden immer wieder Gerüchte verbreitet. Fakt ist; mit Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind nicht gefährlicher als Benzin-, oder Elektroautos. Eine gewisse Grundgefahr besteht natürlich bei allen Antrieben.

Druckbehälter und Leitungen in Fahrzeugen oder Produktionsanlagen sind grundsätzlich so ausgelegt, dass Wasserstoff nicht austreten kann. Ähnlich wie bei einem gebräuchlichen Benzin Tank. So kann in einem Fahrzeug kein Wasserstoff austreten. 

Im Falle eines Fahrzeug-Unfalls wird der Wasserstoff entweder sicher im Tank behalten oder er entweicht. Dabei vermischt er sich in Sekundenbruchteilen mit der Umgebungsatmosphäre. Sollte eine Zündquelle vorhanden sein, explodiert der Wasserstoff nicht, da er sich nicht in einem geschlossenem Raum befindet. 
Es kommt höchstens zu einer Stichflamme, die in wenigen Sekunden abgebrannt ist. Ein Benzintank oder der Akku eines Elektroautos kann hingegen sehr lange brennen.

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